Lange Zeit war ich unzufrieden. Ohne zu wissen warum.
Rein objektiv gab es nämlich keine Gründe für meine Unzufriedenheit.

Ich hatte einen Job, in dem ich für wenig Arbeit recht gut verdiente.
Ich hatte eine langjährige Beziehung und wir wollten heiraten.
Bisher habe ich mir jeden Wunsch erfüllen können; ich konnte studieren und wurde finanziell unterstützt, ich eröffnete ein Ladengeschäft, ich hatte mir mit meinen Hunden einen Kindheitstraum erfüllt und ich lebte dort, wo andere Urlaub machen.

Weder materiell noch immateriell mangelte es mir an etwas.
Viele beneideten mich um meine Freiheit und die damit verbundenen Möglichkeiten.

Ja, ich wusste, dass ich verdammt nochmal dankbar SEIN SOLLTE und mich nicht beschweren DÜRFTE.
Genau dieser Gedanke ließ mich verzweifeln und machte alles nur noch schlimmer.
Warum konnte ich denn nicht zufrieden sein mit dem was ich habe?

Zu der Unzufriedenheit gesellten sich nun noch die Schuldgefühle hinzu.
Ich fühlte mich im höchsten Maße undankbar und das Leben nicht wertschätzend. Irgendwie arrogant und verwöhnt.
Wie das reiche Mädchen, dass alles für selbstverständlich nimmt und sich wie eine Diva aufführt, wenn etwas nicht so läuft, wie sie sich das vorgestellt hat.

Heute weiß ich, dass es für innere Unzufriedenheit IMMER einen Grund gibt.

Ich erkannte, dass ich zwar ein ganz passables Leben führte, dieses Leben aber nicht meins war.
Es entsprach nicht mir, meinem Wesen. Und das war der Grund für meine Unzufriedenheit.

Zu oft habe ich Dinge getan oder gesagt, um es anderen Recht zu machen oder um den Erwartungen zu entsprechen.
Ich habe mich angepasst und bin nicht für das aufgestanden, was mir wirklich wichtig war. Denn ich wusste gar nicht, was mir wichtig war.

Die wahren Gründe für Unzufriedenheit

Heute habe ich 3 entscheidende Dinge erkannt, die Gründe für meine Unzufriedenheit, die ich nun mit dir teilen möchte.

Grund #1: Du lebst ein Leben, das nicht dir entspricht

Von klein auf lernte ich mich anzupassen, es allen recht zu machen, keine Fehler zu machen und die Erwartungen zu erfüllen.

Ich bin ein Trennungskind, meine Eltern trennten sich, als ich 6 war.
Dies war, rückblickend betrachtet, eine sehr prägende Zeit für mich.
Meine Mutter war ziemlich überfordert mit meiner Schwester und mir und ließ vieles an uns Kindern aus.
Ich als die Ältere, war fortan stets darauf bedacht, meiner Mutter nicht zusätzlich Kummer zu bereiten. Also passte ich mich der Situation und damit ihren Launen an.

Um Ärger zu vermeiden, achtete ich darauf, möglichst keine Fehler zu machen.

Ich wollte es ihr recht machen, doch egal was ich tat, es war nie gut genug für sie.

Ich kämpfte um ihre Liebe und Anerkennung und wollte ihre Erwartungen erfüllen.

Doch sie war nie wirklich zufrieden. Heute weiß ich warum.
Heute kenne ich die Hintergründe, die Gründe für ihre Unzufriedenheit, die wiederum in ihrer Kindheit begründet liegen.

Lange habe ich diese Zeit verdrängt, bis sie mich wieder einholte.

Ich erkannte, dass ich im Erwachsenenalter immer noch dieses angepasste Leben lebte. Immer noch darauf bedacht, es allen recht und bloß keine Fehler zu machen.

Erkennen alleine verspricht noch keine Besserung

Aber das Erkennen alleine änderte noch nichts. Zu festgefahren war mein Verhalten und zu groß die Angst vor Ablehnung, Kritik, Ausgrenzung und Einsamkeit.

Jahrelang habe ich mich nur damit beschäftigt, was andere wollen und habe darüber nie gelernt mich selbst zu fragen: Was will denn ich?
Wer bin ich?
Was brauch ich?
Was kann ich?
Was tut mir gut?
Was tut mir nicht gut?

Nach und nach begann ich nun mir diese Fragen zu stellen und lernte mich, meine wahren Wünsche, Träume, Ziele und Werte so erst kennen.

Ich wurde frei von dem Einfluss anderer.
Ich begann, meinen Weg zu gehen.

Und auch wenn die Angst, abgelehnt oder verurteilt zu werden, immer mal wieder aufkommt, mein größter Antrieb ist und bleibt mein Vorsatz:
Die Unzufriedenheit nicht mein Leben bestimmen zu lassen.

Grund #2: Du vergleichst dich mit anderen

Sehr lange habe ich mich mit anderen verglichen und mich von ihnen beeinflussen lassen.

Da ich nicht wusste, was ich wirklich wollte, dachte ich, dass ich um glücklich zu sein, das bräuchte, was andere haben.

Ich verglich mein Leben und mich als Person mit Personen, die so waren, wie ich sein wollte und die ein Leben führten, dass ich gerne führen wollte.

So stand ich unter dem Einfluss anderer und habe Entscheidungen basierend auf deren Meinung und Situation getroffen, anstatt auf mein Bauchgefühl zu hören und nach meinen Werten zu entscheiden.

Entscheidungen, die nicht deine sind

Im Nachhinein haben sich dann so einige Entscheidungen als falsch für mich herausgestellt.
Ist ja auch logisch, da ich entgegen meinen Werten und Wünschen gehandelt habe.

Aber gut, diese Erfahrung musste ich machen und sehe es heute als Möglichkeit an, daraus zu lernen und mich nie wieder so von anderen beeinflussen zu lassen.

Wenn auch du dich mit anderen vergleichst und immer das haben willst, was sie haben, verdrängst du dadurch die Dinge, die dir selbst wichtig sind.

Außerdem schürst du damit negative Gefühle wie Neid, Missgunst und Eifersucht.

Du katapultierst dich in ein Gefühl des Mangels hinein, da du dich nur darauf konzentrierst, was alles in deinem Leben nicht funktioniert oder auf die Dinge, die du nicht besitzt.

Bei einem Vergleich mit anderen kommt automatisch ein Gefühl der Unzulänglichkeit auf. Du wertest dich als Person und dein Leben ab und fühlst dich minderwertig.
Das wiederum verstärkt nur noch deine Unzufriedenheit.

Grund #3: Du suchst dein Glück im Außen

Innerlich unruhig und unzufrieden wie ich war, dachte ich, wenn ich nur die xte Handtasche, Uhr, Paar Schuhe u.s.w hätte, ginge es mir besser.

Eine Zeit lang war ich deshalb echt im Shopping Wahn.
Durch mein Vergleichen mit anderen wollte ich das haben, was sie hatten.
Andere, die nach außen hin so glücklich erschienen.
Was hatten sie was ich nicht hatte?
Richtig, sie waren toll gekleidet!
Damals dachte ich doch wirklich, dass ihre Zufriedenheit durch ihr Äußeres zustande kommt.

Ständig auf der Suche…

Außerdem war ich schnell gelangweilt und brauchte Abwechslung.
Nie konnte ich lange bei einer Sache bleiben, sei beim Job oder bei einem Hobby.

Ich war ständig auf der Suche nach etwas Neuem, dabei scheute ich keine Veränderung.

Doch egal, was ich im Außen veränderte, in mir drin blieb alles gleich.
Mehr noch, die Unzufriedenheit wurde immer größer und die Verzweiflung schlimmer.

Veränderung bedeutet nicht automatisch Zufriedenheit

Auch wenn Unzufriedenheit dazu führt, dass du etwas in deinem Leben veränderst (was prinzipiell ja gut ist), bedeutet diese Veränderung nicht automatisch, dass du dadurch zufrieden wirst.

Veränderst du nämlich etwas aufgrund eines Vergleichs mit anderen aus einem Mangelbewusstsein heraus, wird sich diese Veränderung für dich als nicht lohnend herausstellen.

Veränderst du hingegen etwas aus dir heraus, im Einklang mit deinen eigenen Wünschen und Bedürfnissen, wird dich das auch zufrieden machen.

Denn es ist das, was du willst.

Was du tun kannst, um innere Zufriedenheit zu erlangen

Wie du nun weißt, gibt es diverse Gründe für Unzufriedenheit.
Bei Zufriedenheit kommt es nicht darauf an, was du im Außen alles besitzt, sondern darauf, was dich innerlich erfüllt.

Um innerliche Erfüllung und damit wahre Zufriedenheit zu erlangen, habe ich folgende 10 Tipps für dich:

  1. Verbinde dich mit dir selbst
  2. Finde heraus, was du eigentlich willst
  3. Ermittle deine Werte, Ziele und Wünsche im Leben
  4. Erkenne dich so an wie du bist, mit all deinen Stärken, aber auch mit deinen Schwächen
  5. Verabschiede dich von den Gedanken „Ich bin nicht gut genug“, „Ich muss es allen recht machen“, „Ich darf keine Fehler machen“
  6. Sei dankbar, wertschätze die Dinge, die in deinem Leben sind
  7. Tu die Dinge, die dir gut tun, Freude bereiten und dich erfüllen
  8. Hör auf deine innere Stimme
  9. Sprich deine Wahrheit
  10. Geh deinen eigenen authentischen Weg

Verrate mir, was tust du, um zufrieden in deinem Leben zu sein?

Gründe für deine Uzufriedenheit
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